Häufig gestellte Fragen zur gynäkologischen Konsultation

In der Konsultation werden Ihr Anliegen und entsprechende Behandlungsmöglichkeiten besprochen. Falls dies sinnvoll ist, wird eine gynäkologische oder geburtshilfliche Untersuchung durchgeführt, nötigenfalls auch eine Ultraschalluntersuchung. Manchmal ist auch eine Laboranalyse im Blut oder eine Urinuntersuchung nötig, es ist daher besser, nicht gerade vorher auf die Toilette zu gehen.

Die gynäkologische Untersuchung findet auf dem Untersuchungsstuhl, für junge Mädchen auf einer Untersuchungsliege statt. Üblicherweise werden in einem ersten Schritt die äusseren Geschlechtsorgane (die Vulva mit Klitorisvorhaut und Klitoris, äusseren und inneren Lippen, Harnröhrenmündung, Scheideneingang und ggf. Jungfernhäutchen (das Hymen), Damm und After) optisch beurteilt. Ein Vergrösserungsglas, das Kolposkop, kann dabei hilfreich sein.

Sie können die Untersuchung mit einem Handspiegel verfolgen. Dann wird ein Spekulum (vorgewärmt und mit Gleitmittel bestrichen) in die Scheide (Vagina) eingeführt. Auf Wunsch können Sie es selber einführen. Geöffnet ermöglicht das Spekulum den Einblick auf die Scheidenwände und den Gebärmutterhals (die Cervix). Den können Sie auch im Spiegel erkennen. Mit einem Wattetupfer wird ein bisschen Scheidenflüssigkeit entnommen zur Untersuchung auf Entzündungserreger unter dem Mikroskop, ausserdem wird vom Gebärmutterhals etwas Gewebe abgeschabt für den Krebsabstrich (PAP-Abstrich). Um allfällige veränderte Bezirke sichtbar zu machen, wird der Gebärmutterhals oft vorher mit verdünnter Essiglösung oder Jod bestrichen. Das kann ein bisschen brennen, manche Frauen erleben auch den Abstrich als kurzes unangenehmes Gefühl im Gebärmutterhals. Ansonsten sollte die Untersuchung aber schmerzfrei verlaufen.

Nach Entfernung des Spekulums tastet die Frauenärztin mit einem oder zwei Fingern in der Scheide und zugleich der anderen Hand auf dem Unterbauch nach der Gebärmutter (Uterus) und den Eierstöcken (Ovarien), um deren Lage und Grösse zu beurteilen. Manchmal ist auch ein Abtasten des Afters sinnvoll. Wenn der Tastbefund unklar ist, wird zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, bei der eine dünne Sonde in die Scheide eingeführt wird. Diese Untersuchung verursacht manchmal etwas Druck an verschiedenen Stellen in der Scheide, sollte aber auch nicht schmerzhaft sein.

Ausserdem gehört zu einer Vorsorgeuntersuchung auch das Abtasten der Brüste und Achselhöhlen.

Die körperliche Untersuchung dauert etwa 10-15 Minuten, das Vor- und das Nachgespräch etwa 30 Minuten. Es ist also gut wenn Sie für die Konsultation mit vorgängiger Laboruntersuchung etwa eine Stunde Zeit einberechnen.

Die körperliche Untersuchung sollte nicht weh tun. Meist kann sie so achtsam durchgeführt werden, dass höchstens ein Unwohlsein, aber keine starken Schmerzen ausgelöst werden. Nur wenn schon vor der Untersuchung starke Schmerzen bestehen, ist dies vielleicht nicht möglich. Jedenfalls kann eine Untersuchung sofort abgebrochen werden, wenn Sie dies wünschen.

Wenn Sie das erstemal zur Frauenärztin kommen, wird keine körperliche Untersuchung durchgeführt (es sei denn, Sie haben Beschwerden, die körperlich abgeklärt werden müssen). Bei der ersten Konsultation geht es oft um Themen wie Verhütung oder Menstruation, die wir ohne Untersuchung besprechen können. Auch für das Verschreiben der Pille braucht es keine körperliche Untersuchung. So können Sie Ihre Frauenärztin erst mal kennenlernen. Ausserdem können Sie sich erklären lassen, wie eine Untersuchung abläuft und den Untersuchungsstuhl und das Untersuchungsinstrument (das Spekulum) ansehen. Falls Sie noch nie Geschlechtsverkehr hatten, ist eine Vorsorgeuntersuchung noch nicht nötig. In der Regel wird diese etwa ein Jahr nach dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt.

Bei Beschwerden ist vielleicht eine gynäkologische Untersuchung auch bei intaktem Jungfernhäutchen nötig. Dabei werden speziell feine Untersuchungsinstrumente benützt, um das Jungfernhäutchen nicht zu verletzen. Junge Mädchen, die noch keine Periode hatten und ein Anliegen haben oder eine Untersuchung brauchen, werden von spezialisierten Kindergynäkologinnen betreut.

Sie können sich vorbereiten, indem Sie sich an Berührungen Ihrer Scheide gewöhnen. Z.B. können Sie gelegentlich mit den Fingern den Eingang und die Scheidenwände berühren, sanft drücken und massieren, am besten mit etwas Flüssigkeit, z.B. Mandel- oder Olivenöl. So sind Sie bereits vertrauter mit den Wahrnehmungen in Ihrer Scheide und fühlen sich zuhause in diesem Innenraum, bevor etwas fremdes wie ein Untersuchungsinstrument Sie dort besucht. Die Untersuchung ist zudem angenehmer, wenn Sie Ihre Beckenbodenmuskeln entspannen können. Das sind die Muskeln, mit denen Sie den Harnstrahl abklemmen können. Diese Muskeln spannen sich manchmal als Schutzreaktion unwillkürlich an. Das kann die Untersuchung erschweren. Durch wiederholtes An- und Entspannen (nicht auf der Toilette!) können Sie schon im voraus lernen, die Muskeln bewusst zu lösen. Die Gynäkologin wird Ihnen Zeit lassen, sich auf dem Untersuchungsstuhl bequem einzurichten und zu entspannen und Ihnen vielleicht noch raten, tief mit dem Bauch auszuatmen.

Bei der Vorsorgeuntersuchung und bei Schwangerschaftskontrollen werden Sie etwas früher einbestellt. Die Praxisassistentin wird Sie um eine Urinprobe und allenfalls eine Blutentnahme bitten. Sie kann so noch vor der Konsultation die nötigen Laboruntersuchungen vornehmen, deren Resultate dann teilweise in der Konsultation schon vorliegen. Wenn Sie zum erstenmal bei uns sind, werden zudem Ihre Personalien und Krankenkasseninformation aufgenommen.

Leider lässt sich unser Terminplan nicht immer einhalten, wenn unvorhergesehene Untersuchungen nötig werden. Wir bitten Sie hierfür um Verständnis und danken Ihnen für Ihre Pünktlichkeit, die uns mit dem Zeitplan hilft!

Blutungen sind kein Hinderungsgrund für Untersuchungen. Einzig bei der Vorsorgeuntersuchung ist es besser, wenn Sie nur schwach oder überhaupt nicht bluten.

Ihre Krankenkasseninformation (wenn Sie zum ersten mal bei uns sind), evt. Ihr Impfbüchlein, eine volle Blase. Wenn Sie ärztlich überwiesen worden sind, kann es zudem sinnvoll sein, frühere Untersuchungsbefunde oder Ihre Krankenakte aus der alten Praxis mitzubringen (diese wird Ihnen oder uns auf Ihre Anfrage hin zugeschickt).